13 Antworten zum Lebenslauf

Der Lebenslauf ist häufig das wichtigste Beurteilungskriterium für die Einladung zu einem Einstellungsgespräch. Um sich diese Chance zu sichern, sollte der Bewerber sein Curriculum Vitae so aussagekräftig wie möglich gestalten und Formfehler vermeiden.
Häufig gestellte Fragen
1. Wie sind die Rubriken Persönliches, Ausbildung und Berufserfahrung zu gewichten?
2. Wie gehe ich mit Lücken in meinem Lebenslauf um?
3. Was kann ich tun, wenn mein Lebenslauf tatsächlich sehr lang gerät?
4. Sind Geburtsnamen, Namensänderungen u.ä. zu erwähnen?
5. Wie detailliert sollen Angaben zum Zivilstand sein?
6. Werden die Namen der Eltern und/oder der Beruf des Ehemanns/der Ehefrau erwähnt?
7. Sind persönliche Eigenschaften wie z.B. Soft Skills aufzuführen?
8. Wie wichtig ist die Rubrik "Sport und Hobbys"?
9. Welche Zusatzqualifikationen und Fortbildungsmaßnahmen sollen genannt werden?
10. Was tun, wenn die Verweildauer in einem oder mehreren Unternehmen nur kurz war?
11. Wann ist ein Lebenslauf in englischer Sprache angebracht?
12. Wie gehe ich damit um, wenn in meinem Lebenslauf kein roter Faden zu erkennen ist?
13. Wird der Lebenslauf unterschrieben?
1. Wie sind die Rubriken Persönliches, Ausbildung und Berufserfahrung zu gewichten?
Für den Aufbau eines Lebenslaufs hat sich folgende Faustregel bewährt:
- Berufsanfänger teilen die drei Rubriken nach dem Prinzip 20 Prozent Persönliches und 80 Prozent Ausbildung auf.
- Bewerber mit Berufserfahrung widmen dem persönlichen Part etwa 10 Prozent, der Rubrik Ausbildung 30 Prozent und der beruflichen Laufbahn 60 Prozent. ↑ nach oben
2. Wie gehe ich mit Lücken in meinem Lebenslauf um?
Lücken im Lebenslauf sehen Personalsachbearbeiter überhaupt nicht gerne. Sie vermuten, dass sich dahinter "Problemfälle" verbergen und legen in der Regel einen lückenhaften Lebenslauf gleich auf den Stapel "zurück an den Absender".
Weist Ihr Lebenslauf Lücken auf, ist es ganz nützlich, nach der Rubrik mit den persönlichen Daten ein "Kurzprofil" Ihrer Person mit den Schwerpunkten Ihrer Ausbildung und Berufserfahrung einzufügen.
Die Fehlzeiten im eigenen Lebenslauf mit kleinen Mogeleien oder gar Lügen zu füllen, ist keine gute Lösung, denn früher oder später wird der Schwindel aufgedeckt. Versuchen Sie, die fehlenden Zeitabschnitte positiv zu erklären.
Beispiele:
- Vermeiden Sie das Wort "arbeitslos", schreiben Sie lieber "arbeitssuchend".
- War die Zeit ohne Beschäftigung länger, so ist es sicher sinnvoll zu erläutern, dass Sie die Zeit genutzt haben, um beispielsweise Fremdsprachen- oder PC-Kenntnisse zu vertiefen.
- Haben Sie z.B. einige Monate das elterliche Ladengeschäft geführt, weil Ihre Eltern krank waren, dann kommt das durchaus positiv an, denn eine solche Tätigkeit erfordert Organisationstalent, Eigeninitiative und ggf. Führungskompetenz.
- Auch ein längerer Auslandsaufenthalt wird positiv gewertet, denn er bringt zusätzliche Erfahrung fürs Leben. Ebenso die Angabe von Eltern- oder Pflegezeiten im Familienkreis wird heute als Pluspunkt verbucht.
- Und schließlich werden heutzutage "Zeiten der Neuorientierung" auch nicht mehr argwöhnisch betrachtet, sondern als wertvolle Erfahrung eingestuft. ↑ nach oben
3. Was kann ich tun, wenn mein Lebenslauf tatsächlich sehr lang gerät?
Für die Länge eines Lebenslaufs gilt die goldene Regel: nicht länger als 2 Seiten im A4-Format. Da nützt es auch nichts, eine kleinere Schrift zu verwenden und die Abstände zwischen den Rubriken wegzulassen. Das kommt nicht gut an, weil dies zu Lasten der Lesbarkeit und Übersichtlichkeit geht.
Wenn Sie Ihre Bewerbung auf die Zielfirma zuschneiden, wird es Ihnen leichter fallen, zum Beispiel einige Weiterbildungsmaßnahmen oder Praktika wegzulassen, die für dieses Unternehmen keinen Mehrwert darstellen. ↑ nach oben
4. Sind Geburtsnamen, Namensänderungen u.ä. zu erwähnen?
Nein. Der Geburtsname wird nicht erwähnt. Auch Namensänderungen durch Scheidung, Adoption usw. sind im Lebenslauf fehl am Platz.
5. Wie detailliert sollen Angaben zum Zivilstand sein?
Geben Sie an, ob Sie ledig, verheiratet, verwitwet oder geschieden sind. Erläuterungen oder Ergänzungen (z.B. "verwitwet seit…") sind nicht nötig.
Wenn Sie Kinder haben, geben Sie lediglich Alter und Geschlecht an, aber keine Vornamen.
Beispiel:
- "Eine Tochter (7 J.) und einen Sohn (3 J.)". ↑ nach oben
6. Werden die Namen der Eltern und/oder der Beruf des Ehemanns/der Ehefrau erwähnt?
Klares Nein. Diese Angaben sind für eine Bewerbung irrelevant. ↑ nach oben
7. Sind persönliche Eigenschaften wie z.B. Soft Skills aufzuführen?
Sie können durchaus mit Ihren sog. Soft Skills ein wenig werben, jedoch nicht in einer separaten Rubrik, in der Sie diese aufzählen und einfach so stehen lassen. Auch hier gilt es sich zu fragen, was für die Stelle, auf die Sie sich bewerben, wichtig ist.
Bewerben Sie sich auf einen Projektleiter-Posten, können Sie Ihre Tätigkeit als Vorstand Ihres Sportvereins erwähnen und dabei ergänzen, dass Sie die komplette Organisation des Vereins und der Veranstaltungen federführend wahrnehmen. Das beweist nicht nur Engagement, sondern Organisationstalent, die Fähigkeit, mit einem Budget und Terminen umzugehen, evtl. sogar Führungskompetenz - also alles, was ein fähiger Projektleiter benötigt.
8. Wie wichtig ist die Rubrik "Sport und Hobbys"?
Grundsätzlich genügen 1 bis 2 Angaben, denn es geht nicht darum, Ihr aktives Freizeitverhalten zu dokumentieren. Denken Sie daran, dass Personalsachbearbeiter stets deuten und Schlüsse ziehen.
Wenn Sie in dieser Rubrik beispielsweise "einsame, lange Radtouren" angeben, werden Sie wahrscheinlich als wenig kontaktfreudig eingeschätzt. Üben Sie dagegen eine Mannschaftssportart aus, sagt dies einiges über Ihre Teamfähigkeit aus.
Aber auch hier gilt: nicht flunkern, sondern bei der Wahrheit bleiben. ↑ nach oben
9. Welche Zusatzqualifikationen und Fortbildungsmaßnahmen sollen genannt werden?
Haben Sie mehrere Zusatzqualifikationen erworben und an zahlreichen Weiterbildungsmaßnahmen teilgenommen, sollten Sie eine gezielte Auswahl treffen - nicht zuletzt zu Gunsten der Kürze des Lebenslaufs. Nennen Sie die Punkte, die für Ihren potenziellen künftigen Arbeitgeber relevant sind. ↑ nach oben
10. Was tun, wenn die Verweildauer in einem oder mehreren Unternehmen nur kurz war?
Ist dies auf äußere Umstände zurückzuführen, können Sie die sachlichen Gründe durchaus nennen. Beispiele: "Beendigung des Arbeitsverhältnisses wegen Insolvenz des Unternehmens" oder "…wegen Umstrukturierungsmaßnahmen nach Fusion mit xxx".
Hat sich Ihr Arbeitgeber aus Gründen, die in Ihrer Person liegen, von Ihnen getrennt, können Sie den Zeitabschnitt in dieser Firma eventuell als befristetes Arbeitsverhältnis oder Praktikum bezeichnen oder Sie erklären, dass Sie sich neu orientieren wollten. ↑ nach oben
11. Wann ist ein Lebenslauf in englischer Sprache angebracht?
Der Lebenslauf ist nur dann in englischer Sprache vorzulegen, wenn dies im Stellenangebot ausdrücklich verlangt wird. Denn der Lebenslauf ist grundsätzlich in der gleichen Sprache zu verfassen wie die Stellenanzeige bzw. die offizielle "Unternehmenssprache" der Firma, bei der Sie sich bewerben. ↑ nach oben
12. Wie gehe ich damit um, wenn in meinem Lebenslauf kein roter Faden zu erkennen ist?
Den fehlenden roten Faden, das heißt die mangelnde Gradlinigkeit in Ihrem Lebenslauf, wird von Personalreferenten in der Regel mindestens als mangelnde Konsequenz und häufig als schlechte Lebens- oder Berufsplanung gewertet.
Wer alle zwei Jahre zum Beispiel nicht nur die Firma wechselt, sondern dabei auch jedes Mal einen völlig anderen Aufgabenbereich "ausprobiert", weiß offensichtlich, so die Personaler, nicht richtig, was er will.
Deshalb ist es wichtig, dass Sie sich entsprechend positionieren und ein klares Ziel für Ihr Berufsleben festlegen. ↑ nach oben
13. Wird der Lebenslauf unterschrieben?
Selbstverständlich. Am Ende nennen Sie Ort und das aktuelle Datum und unterschreiben eigenhändig mit einem Füller. Damit ist Ihr Lebenslauf abgeschlossen. Zusätze wie "P.S." oder "Anmerkung" sind hier nicht angebracht.
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(Giselle Chaumien-Wetterauer, GCW Communications, 2009 / Bild: JJAVA, Fotolia.com)
Lesetipp
Duden. Professionelles Bewerben - leicht gemacht: Der übersichtliche und aktuelle Ratgeber von der Stellensuche bis zum Vorstellungsgespräch.
Von Judith Hengst
Bibliographisches Institut, Mannheim; 2. Auflage 2007