Fast alles über Bewerbungsschreiben

Fast alles über Bewerbungsschreiben

Im Zeitalter der Kommunikationsnetze erscheint es vollkommen veraltet, einen Recruiter mit einem Bewerbungsschreiben überzeugen zu wollen. Doch es ist nach wie vor das sicherste Mittel, um einen Termin zum Vorstellungsgespräch zu erhalten. Dabei sollte man jedoch verschiedene Regeln und Tipps beachten.

Anstatt Redewendungen zusammenzubauen und ein vorformuliertes Schreiben zu erstellen, das Ihrer Persönlichkeit nicht entspricht, sollten Sie besser schwarz auf weiß Ihre Kenntnisse und Fähigkeiten festhalten. Eine kleine persönliche Bilanz und eine genaue Definition Ihres beruflichen Projektes sind erforderlich, um das Kernstück Ihrer Bewerbung abzufassen, das genauso wichtig ist wie der Lebenslauf. Eine solche Bestandsaufnahme ermöglicht eine Beschränkung auf das Wesentliche und eine Aufwertung seiner eigenen Stärken für die gesuchte Stelle. Es ist zum Beispiel keinesfalls von Nutzen, Ihre Erfahrung in der Betreuung von Kindergruppen anzuführen, wenn Sie sich für eine Stelle in der Buchhaltungsabteilung eines Unternehmens bewerben. Selbst diejenigen, die Bewerbungsbriefen sehr skeptisch gegenüberstehen, wissen, dass diese nicht einfach nur ein Formular sind, sondern einen ersten Eindruck von der Persönlichkeit des Bewerbers und dem Interesse seiner Bewerbung vermitteln. Deswegen sollte zunächst eine Bilanz der eigenen Kompetenzen und erworbenen Erfahrungen erstellt werden, um dann möglichst viele Informationen über das einstellende Unternehmen einzuholen.

Die Arbeitssuche hat viel mit Marketing zu tun. Erkundigen Sie sich über die angebotene Stelle und sammeln Sie möglichst viele Informationen über das angeschriebene Unternehmen, aber auch seinen Markt, seine Konkurrenz und die Konjunktur. Diese Fakten sollten so genau wie möglich sein, weil Sie darauf schließlich Ihr zukünftiges Projekt aufbauen. Soll das Bewerbungsschreiben besser als elektronische Post oder handschriftlich übermittelt werden? Heute werden zwar die meisten Bewerbungen in einer Datei zusammengefasst, doch ein handschriftlicher Brief kann in manchen Fällen Wunder bewirken. Dafür darf er natürlich auf keinen Fall stümperhaft wirken! Graphologische Analysen werden sehr viel häufiger durchgeführt, als allgemein angenommen wird. Wer sich jedoch unbedingt per E-Mail bewerben möchte, muss ein paar Regeln beachten, um gelesen zu werden. Anlagen halten die Empfänger manchmal davon ab, die elektronische Nachricht sofort zu lesen, doch manche HR-Mitarbeiter ziehen diese Präsentationsform vor. Recherchen zum Unternehmen können Ihnen Aufklärung darüber verschaffen. Achten Sie also darauf, Ihrer Datei eine sinnvolle, eindeutige Bezeichnung zu geben und ein Standardformat anzubieten, damit der Empfänger die Datei problemlos öffnen kann. Schreiben Sie ruhig ein paar Zeilen im Textbereich der E-Mail und weisen Sie darin auf die Anlagen hin. Diese wichtigen Anmerkungen werden jedoch nicht immer beachtet. Das Bewerbungsschreiben kann auch im Textbereich der E-Mail abgefasst werden, wobei natürlich die richtigen Höflichkeitsformeln verwendet werden sollten. Eingescannte Unterschriften sind ebenso wenig zu empfehlen wie eine unseriös wirkende E-Mail-Adresse – hier ist Zurückhaltung angesagt.

Abgesehen von den anderen zu beachtenden Regeln ist vor allem die Präsentation entscheidend. Sie muss im Hinblick auf die Form wie den Inhalt einwandfrei und präzise sein. Besser verschickt man nicht zu viele Bewerbungen und organisiert seine Zeit, um Bewerbungen gründlich und überzeugend zu gestalten. Denken Sie immer daran, dass ein gutes, aussagekräftiges Bewerbungsschreiben Ihrem zukünftigen Arbeitgeber ermöglichen muss, genau zu verstehen, was Sie in sein Unternehmen einbringen können. Was Sie dabei von anderen Bewerbern abheben wird, ist die persönliche Note und ein Inhalt, der über Gemeinplätze hinausgeht. Ein Bewerbungsschreiben stellt hohe Anforderungen und bedarf einer mehrtägigen Vorbereitung sowie einer einwandfreien, fehlerlosen Gestaltung, um sich von den üblichen Bewerbungen abzuheben!

Literatur: Ein Leitfaden etwas älteren Datums, der gute Anregungen gibt: „Savoir écrire une lettre de motivation” von Laurent Loiseau, Ed.Rebondir. Der zweite Teil folgt im Newsletter vom Mai: Aufbau eines Bewerbungsschreibens.