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Gehaltstipp des Monats: Die Kunst des Timings

Gehaltstipp des Monats: Die Kunst des Timings

Gehaltstipp des Monats

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Ob Sie mit einer Gehaltsforderung erfolgreich sind, hängt nicht zuletzt davon ab, wann Sie damit bei Ihrem Chef anklopfen.




Die besten Gehaltstipps auf einen Blick

Immer im späten Herbst geht ein Ruck durch die Belegschaft: Jedem dritten Mitarbeiter fällt ein, dass sein Gehalt im neuen Jahr steigen soll. Also pilgern Heerscharen zu ihrem Chef, vereinbaren einen Termin und wundern sich schließlich, dass die Verhandlung nicht zum gewünschten Ergebnis führt. 

Die Ursache des Scheiterns? Unglückliches Timing.

Den Letzten beißt die Nullrunde

Stellen Sie sich den Gehaltsetat wie einen großen Kuchen vor. In den ersten Monaten des Jahres, also genau zur jetzigen Zeit, ist er nahezu unberührt. Aber spätestens im Herbst und Winter greifen immer mehr Hände nach diesem Kuchen. Die Stücke werden kleiner, Ihr Chef muss bei der Vergabe knausern. Den Letzten beißt die Nullrunde. Wo nichts mehr ist, kann man nichts mehr holen.

Für Gehaltsverhandlungen gilt dasselbe wie an der Börse: Schwimmen Sie gegen den Strom, handeln Sie antizyklisch. Wer zuerst kommt, verdient zuerst.

Sichern Sie sich Ihr Stück des Gehaltsetats

Sorgen Sie dafür, dass Ihre Forderung vor der klassischen Gehaltsverhandlungssaison abgenickt wird. Zum Beispiel im Sommer oder spätestens im frühen Herbst. So bekommen Sie ein großes Stück des Gehaltsetats serviert, während die Letzten sich um die Krümel balgen.

Dieser Kampf gegen Ende des Jahres wird umso härter, da sich die Mitarbeiter bei ihren Gehaltsgesprächen die Klinke in die Hand geben. Wenn der Vorgesetzte jetzt großzügig ist, muss er fürchten: Jede Entscheidung wird gegen ihn verwendet. 

Dann heißt es: "Aber Frau Bille hat doch auch eine Gehaltserhöhung von zehn Prozent ausgehandelt!" Der Kuchen wird immer kleiner, die natürliche Abwehrreaktion des Chefs immer ausgeprägter. 

Die richtige Vorbereitung

Der Zeitpunkt im Jahr ist das eine – die Tageslaune Ihres Chefs das andere. Allerdings wäre es keine gute Idee, ihn spontan in eine Gehaltsverhandlung zu verwickeln, nur weil er gerade mal ein Liedchen pfeift. 

Einen Termin müssen Sie schon vereinbaren. Peilen Sie einen Zeitpunkt an, zu dem Ihr Chef erfahrungsgemäß in guter Laune ist. Zum Beispiel würden Sie mit einem Morgenmuffel nie einen Termin um 8.15 Uhr festlegen. Dagegen wäre ein solcher Frühstart erfolgsversprechend, wenn die Morgenstund für Ihren Chef Gold im Mund hätte.

Zeitpunkt und Argumentation verknüpfen

Im Idealfall hat die gute Laune Ihres Chefs mit Ihnen zu tun. Vielleicht haben Sie gerade ein wichtiges Projekt abgeschlossen, ein neues Geschäftsfeld erobert oder durch einen Seminarbesuch eine Wissenslücke in der Firma geschlossen. 

Solche Aufhänger können Sie für Ihr Gehaltsgespräch nutzen. Gerade hat die Firma von Ihnen profitiert, jetzt wollen Sie von der Firma profitieren. Für eine solche Argumentation, bei der ihr eigener Vorteil offensichtlich ist, haben Chefs ein offenes Ohr.

Die Di-Mi-Do-Regel

Für den Wochentag gilt: Montags versinken viele Chefs in Postbergen, hängen am Telefonhörer, kleben in Meetings. Ungünstig! Am Freitag sind sie in Gedanken oft schon im Wochenende. Auch ungünstig. Bleiben Dienstag, Mittwoch und Donnerstag.

Es gilt die Regel: Je besser Ihr Timing, desto besser Ihre Gehaltschancen.

(Gefunden in: Martin Wehrle "Geheime Tricks für mehr Gehalt", Econ Verlag / Bild: Anthony Leopold, Fotolia.com)

Die besten Gehaltstipps auf einen Blick

Martin Wehrle
ist Karriere- und Gehaltscoach. Er berät Mitarbeiter aller DAX-Unternehmen und gehört zu
den meist zitierten Karriereexperten in Deutschland.

In seiner Hamburger Karriereberater-Akademie leitet er die bundesweit erste Ausbildung
zum Karrierecoach.

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