Gehaltstipp des Monats: Die Geld-Falle

Gehaltstipp des Monats: Die Geld-Falle

Gehaltstipp des Monats

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Tappen Sie bloß nicht in die Falle, wenn Sie im Vorstellungsgespräch gefragt werden: "Was bedeutet Ihnen Geld?" Der typische Bewerber beteuert jetzt eilig: "Geld ist mir nicht so wichtig. Ich will Freude an der Arbeit haben."

 




Die besten Gehaltstipps auf einen Blick


Diese Argumentation klingt zwar nach Idealismus, wird Ihnen aber später wie ein Bumerang um die Ohren sausen. Da es Ihnen nur um die Freude an der Arbeit geht – warum geben Sie sich dann nicht mit einem Minigehalt zufrieden?

Nicht in die Enge treiben lassen

Mit geschlossenen Fragen kann der Firmenvertreter Sie in die Enge treiben: 

"Sie haben selbst gesagt, Geld ist Ihnen nicht so wichtig. Stimmt das?"

"Ja."

 "Entscheidend ist für Sie die Aufgabe an sich. Und die Stelle halten Sie für sehr spannend. Stimmt das auch?"

"Ja."

"Und nun gehe ich mit meinem Angebot noch ein Stück über Ihr altes Gehalt hinaus. Vor diesem Hintergrund wundert es mich, dass Sie jetzt Schwierigkeiten sehen. Können Sie das verstehen?"

"Ja".

So stehen Sie mit dem Rücken an der Wand und müssen froh sein, wenn die Firma Ihnen überhaupt einen kleinen Gehaltssprung gönnt.

 

Sagen, was Sache ist

Warum bekennen Sie nicht von Anfang an die Wahrheit? Warum sagen Sie nicht ganz unverblümt: "Geld ist wichtig für mich!"? Niemand hat dafür mehr Verständnis als Ihr künftiger Chef, immerhin eine Führungskraft. Für ihn zählt, was sich zählen lässt - auch deshalb ist er Chef geworden!

 

Im Zweifelsfall stellt er immer Menschen ein, die ihm ähnlich sind, also harte Rechner – auch wenn sie ein paar Euro mehr kosten! Denn Idealisten, die sich von ihm über den Tisch ziehen lassen, werden auch schnell von Kunden und Geschäftspartnern über den Tisch gezogen. Und dann muss Ihr Chef dafür bezahlen, sprich die Verantwortung tragen.

Glaubwürdig argumentieren

Eine gute Antwort auf die Frage wäre: "Geld verdienen ist wichtig für mich. Zum einen tue ich alles, damit die Firma möglichst viel verdient. Zum anderen will ich im Gegenzug mit meinem Gehalt möglichst hoch beteiligt sein."

Sofort versteht der Firmenvertreter, dass Sie unternehmerisch denken: Bevor Sie Ihren Anteil am Fell des Bären einfordern, tun Sie bei der Jagd auf ihn das Ihre! Vor diesem Hintergrund können Sie schlüssig und glaubwürdig für ein höheres Gehalt argumentieren.

Vorsicht vor dem Wörtchen "aber"

Auch wenn der Chef Sie nach den Motiven für den Wechsel fragt, dürfen Sie ruhig das Geld erwähnen, doch nicht an erster Stelle: "Es reizt mich die Herausforderung in Ihrem Unternehmen, denn ... Und natürlich möchte ich auch mein Gehalt verbessern." Verbinden Sie solche Sätze wirklich mit "und", nicht mit "aber" – es ist kein Widerspruch, dass Sie Erfüllung und Geld wollen; es passt zusammen. 

Die besten Gehaltstipps auf einen Blick

(Gefunden in: Martin Wehrle "Geheime Tricks für mehr Gehalt", Econ Verlag / Bild: Anthony Leopold, Fotolia.com)

Martin Wehrle
war Führungskraft in einem Konzern, ehe er als Karriere- und Gehaltscoach begann. Heute berät er Mitarbeiter aller DAX-Unternehmen und gehört zu den meist zitierten Karriereexperten in Deutschland.

In seiner Hamburger Karriereberater-Akademie leitet er die bundesweit erste Ausbildung zum Karrierecoach.